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Ausgabe 5 - Kinderseite - Essen und Trinken im Mittelalter
Ausgabe Nr

Ausgabe Nr. 05/2011

Webmagazin / Webzeitung für Freunde des Mittelalters

Sonntag, 6. März 2011


 

Essen und Trinken im Mittelalter

 
Wenn man heute Kinder fragt, was ihr Lieblingsessen ist, werden die meisten europäischen Kinder vermutlich antworten: Nudeln oder Pommes Frites. Kannten die Kinder im Mittelalter diese Speisen auch schon? Was gab vor 600 oder 700 Jahren zu essen, wie wurde gekocht  und hatten alle Menschen dasselbe zur Verfügung? Darum geht es dieses Mal auf unserer Kinderseite bei Praeco.
 

Zunächst einmal kannte man viele Lebensmittel in Europa noch nicht, die uns heute selbstverständlich erscheinen. Kartoffeln z.B. gelangten erst im 16. Jahrhundert nach Europa, Pommes, Chips, Kartoffelmus und Kartoffelpuffer gab es also noch nicht. Auch Tomaten, Mais und Paprika waren hier unbekannt, es gab also auch noch kein Ketchup oder Popcorn. Schokolade war noch unbekannt, kein Kakao oder Schokocreme versüßten das Frühstück. Viele exotische Früchte wie Bananen, Ananas und Orangen hatten ihren Weg nach Europa noch nicht gefunden.

 

 



Welche Lebensmittel gab es denn aber nun bei uns?
Natürlich gab es Getreide wie Gerste, Hirse, Hafer, Weizen und Roggen, aus ihnen wurde Getreidebrei gekocht, Mehl gemahlen und Brot gebacken. Als Gemüse kannte man z.B. Kohl, Rüben, Zwiebeln und Hülsenfrüchte wie Erbsen, Ackerbohnen und Linsen. Verschiedene Obstsorten wie Äpfel, Birnen und Kirschen wurden bereits kultiviert und Beeren aller Art fand man in den Wäldern und an wilden Sträuchern. Fleisch gab es sowohl von wilden Tieren wie Kaninchen, Rebhuhn und Hirschen, als auch von Hoftieren wie Schweinen, Hühnern und Rindern. Auch Fisch und Schalentiere wie Krebse wurden natürlich gegessen. Pilze und Wildkräuter ergänzten das Nahrungsangebot. Gewürzt wurde mit Kräutern, mit Salz, mit der Süße von Obst und mit Honig, Zucker und andere Gewürze waren teuer und nicht sehr verbreitet. Zum Trinken hatten die Menschen Wasser, Milch, Saft, Bier und Wein.

Hatten alle Menschen dasselbe zu essen und trinken?
Welche Lebensmittel den Menschen zur Verfügung stand, hing von ganz unterschiedlichen Dingen ab.
Erstens von ihrer natürlichen Umgebung: Nicht überall gedieh dieselbe Kornart oder konnte dasselbe Obst oder Gemüse angebaut werden, nicht alle Menschen lebten auf dem Land oder in der Nähe eines Waldes oder Sees.
Zweitens von der Jahreszeit: Früher konnten Lebensmittel noch nicht so lang haltbar gemacht werden wie heute, also gab es nicht alle Lebensmittel das ganze Jahr hindurch; Äpfel z.B. konnten im Herbst geerntet und eine Weile über den Winter gelagert werden, dann aber folgte eine apfellose Zeit bis zur nächsten Ernte.
Drittens hing die Ernährung vom gesellschaftlichen Stand eines Menschen ab: Ein Bauer hatte nur einfache Lebensmittel zur Verfügung, Hauptnahrungsmittel waren wohl Getreidebreie sowie selbst angebautes Obst und Gemüse; Fleisch und Eier mussten häufig als Abgabe an den jeweiligen Landesherren geleistet werden. So erklärt sich auch, dass die Adeligen die am besten gedeckte Tafel hatten, sie hatten sowohl Getreide, Obst und Gemüse, als auch Fleisch, Fisch und Eier zur Verfügung, sie erhielten dies alles als Abgaben von ihrem Volk. Die Bürger in den Städten deckten ihren Bedarf über die täglichen Märkte, hier bestimmte vor allem der Geldbeutel über das, was auf den Tisch kam.
In allen Bevölkerungsschichten bestimmte die Kirche an nahezu 100 Fastentagen, was gegessen werden durfte, normalerweise waren Fleisch und fette Speisen an diesen Tagen verboten.
 

 

Wie wurde im Mittelalter gekocht?
Es gab natürlich noch keine elektrischen Herde oder Backöfen, gekocht wurde am und über dem offenen Feuer. Wer es sich leisten konnte, hatte eine gemauerte Kochstelle und einen Kamin, um den Rauch abziehen zu lassen. In einfachen Bauernhäusern gab es oft nur eine offene Feuerstelle und der Rauch zog durch die Fenster oder Abzugslöcher im Dach ab. Auf Burgen gab es zunächst eigene Kochhäuser im Hof, um die Brandgefahr gering zu halten. Fing das Kochhaus Feuer, konnte dieses schneller eingedämmt werden und nicht so leicht auf andere Gebäude übergreifen. Ein geschickter Koch konnte das Feuer auf verschiedenste Art nutzen, direkt über dem Feuer hing vielleicht ein Kessel, um Wasser heiß zu machen, vor dem Feuer brutzelte Fleisch und neben dem Feuer garte Gemüse in Tontöpfen langsam vor sich hin.
Das Backen von Broten und Kuchen war immer eine besondere Angelegenheit, gewöhnlich gab es nur ein oder zwei Backtage in der Woche. Dies war deshalb so, weil die großen Lehm- oder Steinöfen erst voll mit Holz beschichtet werden mussten, um sie aufzuheizen. Das Verbrennen des Holzes zur Glut dauerte mehrere Stunden, dann wurde die Glut ausgeräumt und der Ofen mit Broten bestückt. Waren diese fertig, hatten die Öfen noch genug Hitze für feinere Backwaren. In den Dörfern gab es häufig Gemeinschaftsbacköfen, die an den Backtagen von allen Dorfbewohnern genutzt wurden.
Generell wurde im Mittelalter nicht so sehr auf schonende Zubereitung geachtet wie heute, die Menschen hatten noch keine rechte Vorstellung von Vitaminen oder ähnlichem, rohes Obst oder Gemüse wurden kaum verzehrt. Allerdings gab es schon Theorien, die der Nahrung einen Heilwert zuschrieben, so bekamen Kranke andere Kost als Gesunde.

 

Wie konnte man Lebensmittel haltbar machen?
Heute können wir tiefgekühltes Gemüse oder in Dosen abgefülltes Obst kaufen, zuhause lagern wir verderbliche Lebensmittel ganz selbstverständlich im Gefrierfach oder im Kühlschrank. Früher war es nicht so einfach, Nahrungsmittel zu konservieren, so nennt man das Haltbarmachen. Milch wurde zum Beispiel sehr schnell sauer, daher wurde sie meistens schnell verarbeitet, zu Rahm und Butter, zu Käse und Molke. Brot wurde so gebacken, dass es weniger Feuchtigkeit hatte und fester war als heute, so blieb es länger haltbar ohne zu schimmeln. Fleisch und Fisch wurden geräuchert oder gepökelt, das heißt, sie wurden mit Salz eingerieben und gestapelt oder in stark salzhaltiges Wasser eingelegt. Obst wurde getrocknet und Gemüse, wie zum Beispiel Kohl wurde sauer eingelegt. Bier wurde wie heute durch das Hinzufügen von Hopfen, einer Pflanze, haltbar gemacht. Es gab aber tatsächlich auch schon lange die Methode des Kühlens, es gab extra tief liegende Keller, in denen es deutlich kälter war als weiter oben, manche wurden, wenn möglich, mit natürlichem Eis befüllt.

Wie wurde gegessen?
Heute essen wir ganz unterschiedlich, manchmal gemütlich am Tisch mit Freunden oder der Familie, manchmal elegant im Restaurant, morgens oft schnell, abends vielleicht vor dem Fernseher, in der Schulpause beim Spielen auf dem Schulhof. Für viele ist es normal Frühstück, Mittagessen und Abendbrot zu essen. Wie wurde im Mittelalter gegessen?
Das kam ganz darauf an, welchem Stand man angehörte und eigentlich so wie heute, wie viel man besaß. Eine einfache Bauernfamilie begann wohl schon vor dem ersten Essen zu arbeiten, früh morgens musste das Vieh versorgt werden. Dann gab es vielleicht ein Stück Brot oder Obst zwischendurch und erst zum Abendbrot trafen sich die Familienmitglieder und das Gesinde im Haus zum Essen. Meist gab es einfachen Getreidebrei, vielleicht mit etwas Salz oder Honig gewürzt. Nicht immer gab es für jeden eine Schüssel, sondern man aß gemeinsam aus einer großen, die dann reihum gegeben wurde.
Die reichen Adligen begannen den Tag mit etwas Wein und Obst, für Mittag oder Abendbrot gab es dann Brot, Fleisch und Gemüse. So richtig groß getafelt, wie wir es uns aus Märchen vorstellen oder in Filmen sehen, wurde sicher nur an besonderen Tagen, da gab es dann mehrere Gänge, die nacheinander von Dienern auf großen Platten aufgetragen wurden. Bei solchen Tafeleien musste oft jeder sein eigenes Besteck mitbringen, als Teller wurden große Brotscheiben benutzt, die hinterher manchmal an die Armen verteilt wurden. Es gab durchaus Tischregeln, so durfte man zum Beispiel nur von dem nehmen, an das man herankam, vor dem Essen mussten die Hände gewaschen werden, da alle sich aus denselben Schüsseln mit den Händen bedienten, abwischen durfte man die Hände an der eigenen Kleidung, denn Servietten kannte man noch nicht. Das meiste wurde also damals am Abend gegessen, während Kinder heutzutage eher am Tage die Hauptmahlzeit bekommen. Berufstätige nehmen aber auch heute oft das Mittagessen am Abend zu sich. Satt schlafen gehen war und ist sicher ein Grundbedürfnis aller Menschen.

Ein mittelalterliches Rezept zum Nachkochen
Wenn ihr auch einmal ein mittelalterliches Gericht probieren wollt, könnt ihr die "Goldenen Schnitten" zubereiten, die wir auch heute noch als "Armer Ritter" kennen. Dazu braucht ihr 4 Eier, die ihr mit der gleichen Menge Milch verquirlt (Das ist leichter, wenn ihr beides zusammen in einen Messbecher gebt.). In dieses Milch-Ei-Gemisch tunkt ihr Weißbrotscheiben und bratet sie in einer Pfanne mit heißem Fett, bis sie goldbraun sind. Schmeckt prima mit Obst oder Marmelade, heutzutage kann man sie auch mit Zucker und Zimt bestreuen. Sie passen aber auch zu allen salzigen Gerichten.
 

 

 


Erscheinungsweise: Zweimonatlich

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