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Mittelalter Topliste
Mittelaltermagazin Topliste
Seite 14 - Dezember 2010

Ausgabe Nr. 4/2010 Webmagazin / Webzeitung für Freunde des Mittelalters Sonntag, 26.Dezember 2010


Rezension
Cornelia Niehus
 

Sabine Ebert
D
er Fluch der Hebamme
Freiberg 1189: Fast fünf Jahre sind seit Christians Tod vergangen. Marthe und Lukas leiden immer noch unter dem Verlust des Geliebten und Freundes und müssen ihre Gefühle füreinander neu bestimmen. Doch das ist nicht die einzige Sorge, die ihr Leben überschattet, denn es naht der Tag, an dem der grausame Albrecht, der älteste Sohn des Markgrafen Otto, die Regentschaft über die Mark Meißen übernehmen wird. Marthe und Lukas können nicht fliehen: Sie müssen Christians Vermächtnis erfüllen – und sich um die mittlerweile fast erwachsenen Kinder kümmern. Die sechzehnjährige Clara soll heiraten, obwohl sie heimlich in den jüngeren Sohn des Markgrafen verliebt ist, und Thomas träumt davon, sich Kaiser Barbarossas Kreuzzug ins Heilige Land anzuschließen

 

Der vierte Band der mittelalterlichen Hebammen-Saga um Marthe und ihre Familie liegt vor mir und das erste, was mir leider negativ auffällt, ist die veränderte Umschlagsgestaltung. Statt der bisherigen Gemälde habe ich eine Fotografie vor mir und frage mich verwundert, was die Gestalter dazu gebracht hat. Ich erfahre es erst am Ende meiner Lektüre, will dies aber meinem Bericht voran stellen. Die Autorin, die ja in allen bisherigen Bänden großen Wert auf historische Korrektheit gelegt hat, möchte dies auch in der Umschlagsgestaltung beibehalten. Anscheinend gibt es kein adäquates gemaltes Bildmaterial, dessen Gestaltung zeitlich in die Epoche der Marthe-Bände passen würde, also wurde nicht nur das neue Cover anders gestaltet, sondern in neuer Auflage auch die der früheren Bände entsprechend illustriert; jetzt mit einer jungen Frau in historisch angepasster Kleidung. Wieder einmal wird hier Sabine Eberts Liebe zum Detail deutlich. Nichtsdestotrotz mag ich fotografierte Cover nicht, sie lassen einfach zu wenig Raum für die eigene Fantasie und erinnern mich immer ein wenig an meist qualitativ geringwertige Bücher zum Film...
Von geringer Qualität kann natürlich auch bei Sabine Eberts neuestem Roman nicht im Geringsten die Rede sein. Gewohnt sauber recherchiert und sprachlich gekonnt umgesetzt, spinnt sie die Geschichte um Marthe und ihre Welt weiter. Marthe selber wird aber mehr und mehr zur Randfigur, ihre Söhne und Töchter sind es, deren Wege wir gespannt verfolgen. Besonders Thomas´ Weg ins Heilige Land und seine Zweifel an der Rechtmäßigkeit und Ehrenhaftigkeit des Kreuzzuges und seiner Ritter haben es mir angetan und wieder fällt es mir stets schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ein würdiger Folgeband zu den ersten drei Hebammen-Büchern. Jetzt heißt es warten auf Band 5...

Tiere und Fabelwesen im Mittelalter
Hrsg. v. Obermaier, Sabine

Ziel dieses interdisziplinär und kulturwissenschaftlich ausgerichteten Bandes ist es, das Tier in seinen verschiedenen Erscheinungsformen im Mittelalter in Wissenschaft, Religion, Geschichte, Bildender Kunst und Literatur vorzustellen und seine Bedeutung im kulturellen Leben der Zeit zu umreißen. Dabei werden wesentliche Unterschiede zur Moderne herausgearbeitet, aber auch Gemeinsamkeiten und Kontinuitäten aufgezeigt. Denn ohne die Tier-Bilder, die uns das Mittelalter weitergegeben hat, kann die Rolle des Tieres in der heutigen Zeit nicht verstanden werden.

 

 

Sabine Obermaier gibt hier eine Sammlung von Vorlesungen heraus, die sie im Winter 2007/08 an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz für den interdisziplinären Arbeitskreis Mediävistik organisierte. Besonders interessant ist der Ansatz der Beitragenden, nicht nur das Verständnis von Fabeltieren im Mittelalter zu betrachten, sondern auch dessen Zusammenhänge mit dem allgemeinen Verhältnis zu realen Tieren in dieser Zeit. Das Tier und Fabeltier als Mittel zur Deutung der Welt und der Position des Menschen darin, ist ein Ansatz, der mir bis zu diesem Zeitpunkt unbekannt war. In verschiedensten Abhandlungen werden Tiere und Fabeltiere des Mittelalters untersucht und beschrieben, die Haltung  des Menschen zu ihnen, ihre Darstellung in Kunst, Architektur und Literatur, sowie deren Fortführung in den Darstellungen unserer Zeit. Eine vielseitige Sammlung verschiedener übergreifender Denk- und Forschungsansätze für jeden, der sich für das Mittelalter und dessen Weltbilder oder auch einfach nur für Fabeltiere und deren Geschichte interessiert.

Matthias Bumiller
Thorbeckes magischer Kräutergarten
Wundersame Wirkungen alter Kräuter

Neben den bekannten und belegten Wirkungen alter Kräuter gibt es auch deren vergessenen, ungewöhnlichen und mystischen Wirkungen. So wird etwa dem Stechapfel nachgesagt, dass er die Fähigkeit verleiht, fliegen zu können, Farnsamen in den Schuhen dagegen sollen unsichtbar machen, und Hauswurz auf dem Dach schützt vor Blitzschlag.

Hinter der alten Kräutermagie eröffnet sich eine ganze Welt von Vorstellungen, die das Leben unserer Vorfahren prägten. So kann aus einem ganz normalen Waldspaziergang ein Ausflug in die Welt der Hexen und Feen werden.

 

Ein neues Buch aus dem Hause Thorbecke, auf dessen Rezension ich mich schon gefreut habe. Allein der Titel und die mystisch anmutende Umschlagsgestaltung sorgen für gespannte Neugier bei mir. Die Idee des Autors, alte Kräuter mit ihren überlieferten "magischen" Wirkungen vorzustellen, wird mit jeder Abbildung hervorgehoben. Ein weiteres feines Gestaltungselement sind die Schlagworte an den Seitenrändern, die das Wiederfinden bestimmter Textpassagen erleichtern. In dem überraschend kurzen Vorwort stecken bereits viele Informationen. Dass z.B. viele Pflanzen ihre volkstümlichen Namen aufgrund der ihnen zugesprochenen Wirkungen erhalten haben und dass die ersten Pflanzen und ihre Verwendung schon auf den alten Keilschrifttafeln des Vorderen Orients beschrieben wurden. Alle wichtigen Persönlichkeiten der Geschichte der Kräuter- und Pflanzenkunde werden genannt und ihre Bedeutung darin. Paracelsus als Begründer der mittelalterlichen Signaturenlehre wird besonders hervorgehoben, seine Art Pflanzen zu ordnen, lässt mich an die Bestiarien jener Zeit denken. Das Interesse des Autors liegt nicht nur in der bloßen Aufzählung der vermeintlichen und tatsächlichen Wirkungen der Pflanzen, sondern auch in der Weitergabe der Sagen und Legenden, die sich um diese ranken. Interessant auch, wie die Menschen die Pflanzen benannten, so wurde eine Pflanze, die wegen ihrer "wolligen" Blüte Skythisches oder Tartarisches Lamm oder auch Papayaschaf genannt wurde, in späterer Zeit als Baumwolle interpretiert. Insgesamt ist das Buch durchaus geeignet, um sich Grundkenntnisse über Aussehen und Standort der Pflanzen anzueignen, für echte Kräuter- bzw. Pflanzenkundler dürfte es allerdings keine wirklich neuen Informationen bieten. Jeder Rollenspieler mit der Darstellung eines mittelalterlichen Medicus´ oder einer Kräuterhexe wird hier dagegen fantastische Anregungen finden.

Manfred Reitz
Rätseltiere: Krypto-Zoologie
Mythen, Spuren und Beweise

 

Seit Menschengedenken berichten Mythen und Schauergeschichten von Tieren, die nie ein Zoologe zu Gesicht bekommen hat. Zahllose Arten sind noch unentdeckt - sie leben verborgen in dichten Regenwäldern und den dunklen Tiefen der Meere. Um solche rätselhaften Tiere aufzuspüren, geht die Kryptozoologie jedem Hinweis nach. Wir werden sicher noch viele Überraschungen erleben! Vielleicht tauchen sogar einige der sagenumwobenen Lebewesen auf, die dieses Buch vorstellt.

 

 

Rätseltiere aus der Wissenschaft der Kryptozoologie sind es, die Manfred Reitz uns hier in seinen Buch vorstellt, welches 2005 im Hirzel Verlag erschien. Passend zu unserer Reihe über Fabelwesen war ich auf der Suche nach einem Buch zu diesem Thema mit modernem wissenschaftlichen Ansatz und wurde mit diesem mehr als fündig. Ausgehend von den Mythen und Legenden der Antike und des Mittelalters nimmt uns der Autor mit auf eine spannende Reise in die mehr oder weniger unerforschten Gebiete unserer Erde. Ozeane, tiefe Seen, hohe Berge, entlegene Landschaften und wilde Urwälder, in denen viele der Sagen aus vergangenen Zeiten noch Bestand zu haben scheinen. Immer wieder knüpft der Autor Verbindungen zwischen neuzeitlichen Fabeltiersichtungen und deren Beschreibungen in der Vergangenheit. Wissenschaftlich genau betrachtet er die Zusammenhänge zwischen urzeitlichen Knochenfunden und daraus resultierender Legendenbildung. Kontinent für Kontinent erforschen wir mit ihm gemeinsam die Mythen der jeweiligen Region und stellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten fest. Keine letztendliche Erklärung will uns der Autor bieten für die vermeintliche Existenz all der merkwürdigen Rätseltiere der Vergangenheit und Gegenwart, aber bemerkenswerte Denkansätze liefert er und somit die Grundlage für den ein oder anderen Erklärungsversuch für die Auswüchse der menschlichen Fantasie.

Walter Salmen
Tanz und Tanzen vom Mittelalter bis zur Renaissance

Im Mittelalter und im Zeitalter der Renaissance war Tanzen sowohl "Gott zu Ehren" als auch zur Befestigung sozialer Kontakte für Könige, Kleriker, Bürger, Bauern oder Fahrende ein noch unverzichtbares, zuweilen auch rechtlich gebotenes Tun. Vorstellungen vom Tanz im Himmel und in der Hölle, vom tanzenden Christus oder dem Tod durchwirkten das Bild der Welt. Man sprang noch in allen Gesellschaftsschichten, jung und alt, im Reigen und tanzte kunstvoll in Tanzhäusern, Kirchen und Klöstern, in Tanzgärten, Rathäusern und Burgen. Das Tanzen bot zudem therapeutische Hilfen und ließ alle Stadien des Jahres- und Lebensablaufes rhythmisch differenziert erleben. Mit der Kolonisation wurde insbesondere das englische, spanische und französische Tanzen vor 1600 auch bereits nach Übersee vermittelt.

 

Terpsichore, so wie der Titel der Reihe an sich schon fast ein Zungenbrecher ist, so ist die Textgestaltung des gesamten Buches nichts für Leser, die sich mal eben etwas über Tanzgeschichte informieren möchten. Ohne fundierte Englisch-, Französisch-, Spanisch- und Lateinkentnisse tut man sich schwer, mehr als ein paar Seiten am Stück zu lesen und auch entsprechende Wörterbücher hat nicht jeder zur Hand. Es wäre schön, wenn der Autor so leserfreundlich gewesen wäre, die von ihm zitierten fremdsprachigen Passagen einfach mit der Übersetzung anzugeben. Auch das häufig nötige Blättern von der jeweils beschreibenden Textpassage zu den hinten im Buch versammelten Bildern ist nicht gerade Lesefreude-fördernd.
Nach aller negativen Kritik nun zu den Pluspunkten des Buches. Es ist sauber recherchiert und schlüssig aufgebaut. Ich habe über das Tanzen und seine Geschichte massig Informationen erhalten und auch zu den epochalen Umständen der jeweiligen tanzhistorischen Abschnitte. Besonders gefallen hat mir das Augenmerk des Autors nicht nur auf die höfische Tanzkultur, sondern auch übergreifend über die bürgerliche und bäuerliche, welche nur unzulänglich durch schriftliche Überlieferungen nachzuvollziehen sind. Insgesamt ein hochinteressantes Buch, randvoll mit Informationen für den engagierten Leser. Empfehlenswert.

Janina Drostel
Einhorn, Drache, Basilisk
Fabelhafte Fabelwesen


Wie erlegt man einen Drachen, falls er einem zufällig begegnet? Und welche Menschen sind besonders gefährdet, sich in einen Werwolf zu verwandeln? Diesen und ähnlichen Fragen spürt die Mediävistin Janina Drostel auf ebenso amüsante wie informative Weise nach. Sie erklärt, wie man das Einhorn zu einer Jungfernprobe nutzen kann, die allerdings nur eine echte Jungfrau überlebt, und wie man einen Basilisken mit einer Glasglocke bekämpft.
Die Autorin führt in die Geschichte und Symbolik der wichtigsten Fabelwesen von der Antike bis zum modernen Fantasy-Roman und -Film ein und berichtet Wissenswertes und Kurioses rund um die legendären Geschöpfe. Zahlreiche literarische Zitate und farbige Abbildungen runden das Bild ab.

 

Und noch ein Buch aus dem Thorbecke Verlag. Diesmal zu einem meiner Lieblingsthemen: Fabelwesen. Einhorn, Drache, Basilisk, so der Titel des Buches von Janina Drostel und schon nach den ersten Seiten versinke ich völlig in der Welt der fabelhaften Fabelwesen. In einer gelungenen Mischung aus geschichtlichen Fakten, spannenden Sagen und ironisch humorvollen Kommentaren der Autorin führt sie uns in das mystische Reich der Zaubertiere und Mischwesen. Alle bekannten und bestaunten Ausgeburten der menschlichen Fantasie bilden hier einen bunten Bilder- und Geschichtenreigen, der jeden Freund des fantastischen Mittelalters in seinen Bann ziehen wird. Manches kommt dem themenkundigen Leser bereits bekannt vor, stammen manche Informationen offensichtlich aus bereits selbst gelesener Quelle, aber die Aufbereitung ist wunderbar. Mit prächtigen Gemälden, klaren Holzschnitten und vielen Zitaten und Gedichten wird dieses kurzweilige und informative Buch sehr schön abgerundet und bietet nicht nur Fantasyfans und Märchenfreunden einige Stunden voller Staunen und Schmunzeln.

 

 

Und noch rasch ein Blick geworfen auf den neuen Mittelalterkalender 2011 aus der Edition Lempertz, heute frisch eingetroffen. Großformatig und bildgewaltig kommt er daher, ein Blickfang in jeder Wohnung eines Mittelalterfans. Da stört es kaum, dass die Motive der Kalenderblätter und die dazugehörigen Texte etwas einseitig mehr die militärische Welt des Mittelalters aufzeigen und nicht, wie angekündigt oder vielleicht nur erhofft, das Leben des Mittelalters. Ich kann diesen Kalender nur jedem empfehlen, der seine Wohnung gern mit mittelalterlichen Bildern schmückt, denn auch nach Ablauf des kommenden Jahres eignet sich das ein oder andere Kalenderblatt im DIN A3-Format zur Wandzierde.




Erscheinungsweise: Zweimonatlich Verfielfältigung nur mit Genehmigung Impressum

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