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Mittelalter Topliste
Mittelaltermagazin Topliste
Seite 11 - Dezember 2010
Ausgabe Nr
Ausgabe Nr. 04/2010 Webmagazin / Webzeitung für Freunde des Mittelalters Sonntag, 26. Dezember 2010


Da Praeco sich mit ihren Inhalten auch und vor allem an die Geschichtsinteressierten wendet, die Überliefertes gerne selber ausprobieren und nacherleben möchten, soll diese Seite Anregungen für selbstgefertigte Kleidung und Ausrüstung bieten. Ausgehend von einfachen Grundschnitten werden hier Möglichkeiten vorgestellt, das individuelle Zubehör für die persönliche Darstellung herzustellen.

Die Hose, sie sollte das dritte Kleidungsstück werden, über das ich geschichtliche Informationen und passende Schnittmuster sammeln wollte. Einfacher gesagt, als getan, aber nach einigen Recherchen fand ich doch ein paar interessante Fakten.

Zunächst einmal zum sprachgeschichtlichen Ursprung des Wortes Hose. Es stammt aus dem mhd. hosen bzw. ahd. hosa und bezeichnet eine strumpfähnliche Beinbekleidung. Abgeleitet wird es vom germanischen huson, was "Unterschenkel- oder Beinbinden" bedeutet. Da die Vorgänger unserer Hosen immer aus zwei einzelnen Beinteilen bestanden und somit paarweise getragen wurden, spricht man bis heute von einem Paar Hosen, engl. a pair of trousers.

Zum Tragen von Hosen in der weiblichen Geschichte finden sich antike Belege in den römischen Berichten des Tacitus, sowie Darstellungen der Kelten und Germanen. Beispielhaft sei die Trajanssäule (113.n.Chr.) in Rom erwähnt, welche neben Frauen in Kleidern und Röcken auch eine mitteleuropäische Frau mit Hose zeigt. Allgemein aber war das Tragen von Hosen oder Unterhosen für Frauen tabu, Mann behauptete, der Wind müsse ungehindert die üblen Düfte forttragen können...

Die Geschichte unserer Hosen beginnt in der Bronzezeit, in der, wissenschaftlich angenommen, Beinkleider aus Wolle oder Tierhäuten getragen wurden, die um Knöchel und Waden in Form von Fußlappen und Beinbinden gewickelt wurden. Bis zum Ende der Bronzezeit, ca. 1000 v.Chr. entwickelten sich aus solchen Schenkelbinden, die auch um Oberschenkel und Lenden getragen wurden, zunächst die kurze Hose oder Hüfthose und anschließend weite Kniehosen.
Für die antiken Völker der Balkanhalbinsel nimmt man bereits im 2.Jahrtausend v.Chr. lange Hosen an, bei den Reitervölkern der Skythen, Sarmaten und Dakern sind sie ab der Zeit um das 7. Jahrhundert v.Chr. belegt. Historiker vermuten, dass der Umgang mit Pferden und die Reiterei stets die Entwicklung der Hose begünstigte, da geschlossene Beinkleider beim Reiten einfach praktischer sind als lange Röcke. Von Abbildungen der griechischen Vasenmalerei aus dem 6.Jh. v.Chr. sind Langhosen bei kleinasiatischen Völkern bekannt. Deren Verbreitung ging vermutlich von Persien aus.

 


Zeitgleich verwendeten auch die keltischen Stämme selbst entwickelte, lange Hosen, welche dann wohl von den Germanen übernommen wurden.

Bis ins 10. Jh. n.Chr. waren sie die gebräuchlichste Beinbekleidung, welche die bis dahin vorherrschende Kniehose bis auf Ausnahmen, z.B. bei den an Ost- und Nordseeküste lebenden Germanen, verdrängte. Ebenso wurden aber auch kurze Hosen, sogenannte Bruchen mit Beinlingen getragen, welche dann im 11. Jh. n.Chr. wiederum die Langhose größtenteils verdrängten.


Griechen und Römer trugen gewandartige Röcke, das Tragen von Hosen war nicht nur unbekannt, sondern auch bis zum Anfang des 5.Jh. n.Chr. verpönt und sogar zeitweise unter Strafe gestellt. Ihr praktischer Nutzen, besonders für die römischen Soldaten, sorgte aber dafür, dass sich ihre zunehmende Beliebtheit nicht aufhalten ließ.

Einfache Schnitte für mittelalterliche Hosen sind nur schwer zu finden, am praktikabelsten erschien mir die folgende Vorgehensweise. Man nehme eine gut sitzende Hose, falte sie der Länge nach auf ein Bein und zeichne die Umrisse auf den gewünschten, doppelt gelegten Stoff. Nun eine Nahtzugabe aufzeichnen, damit die einzelnen Teile miteinander vernäht werden können. Am oberen Rand, dem Hosenbund sollte die Zugabe etwas breiter sein, damit ein Tunnelzug für ein Band eingearbeitet werden kann. Das Ganze macht man zweimal, sollen ja zwei Hosenbeine werden. Zuletzt noch einen rautenförmigen Zwickel ausschneiden, der zwischen die Hosenbeine in den Schritt eingenäht wird, damit man sich hinhocken kann ohne, dass die Hose reißt. Alles sinnvoll zusammen nähen (schaut euch eure Vorlagenhose an, dann wisst ihr wie) und eine Kordel in den Tunnelzug einziehen, fertig.

Wenn ihr bebilderte Anleitungen braucht, klickt euch durch meine Quellen, da findet ihr mehr... oder weniger.

Ein weiteres äußerst interessantes Schnittmuster ist dieses

Ich vermute, dass hier die beiden Hosenbeine einzeln an der Hüfte verknotet werden, es müssten also noch Bänder oder Ähnliches angenäht werden.

Bis zum 14. Jh. n. Chr. wurde die Hose oder Bruche mit oder ohne Beinbinden in allen Bevölkerungsschichten getragen. Dann aber erforderten neuartige starre Panzerrüstungen enger anliegende, nicht auftragende Kleidung. Wie in allen Zeitaltern beeinflusste die Kleidung der Krieger und Kämpfer auch die Alltagskleidung der Männer. Oberteile wurden enger und kürzer, das Annesteln von Beinbinden oder enganliegenden Strümpfen dadurch erschwert. So entwickelte sich aus Bruche und Beinlingen wiederum ein zusammenhängendes strumpfhosenartiges Kleidungsstück.


Im 15. und 16. Jh. n.Chr. kam mit dem Entstehen der Landsknechte und ihrer Söldnerheere eine farbenfrohe und extravagante, weite Hosenmode auf, die das provokante und aggressive Auftreten der Landsknechte unterstrich. Dazu passten die, zwar das Geschlechtsteil verhüllenden aber auch zugleich unterstreichenden Schamkapseln, welche oft prahlerisch ausgestopft waren. Bürger und Bauern eigneten sich diese Mode in der Folgezeit an.


In den folgenden Epochen veränderte sich die Hosenmode der Männer dahingehend, dass sie weniger farbenfroh und protzig daherkam, mit der französischen Revolution setzte sich das Tragen langer Hosen auch in der Oberschicht durch. Bis heute setzt sich der Trend der gedeckten Farben und schlichten Schnitte als wieder erkennbarer Modestil des bürgerlichen und erfolgreichen Geschäftsmannes fort.

Quellen:
http://www.mittelalter-gewandung.de
http://www.deutsches-strumpfmuseum.de
http://www.planet-wissen.de
http://www.wikipedia.de

Alle Bilder stammen entweder von Wikipedia und sind gemeinfrei oder selbst gezeichnet.




Erscheinungsweise: Zweimonatlich Verfielfältigung nur mit Genehmigung Impressum

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