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Ausgabe 3 - Kinderseite

Ausgabe Nr. 03/2010 Webmagazin / Webzeitung für Freunde des Mittelalters Sonntag, 17. Oktober 2010


Berufe im Mittelalter

Ein Beruf ist eine Tätigkeit, die man nutzt, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, das heißt mit der man Geld verdient, um Miete, Essen, Kleidung usw. bezahlen zu können. Was ein Beruf ist, weiß heute jedes Kind und meistens auch schon, welchen es einmal haben möchte. Doch gab es diese Berufe schon immer? Oder hat sie jemand erfunden? Darüber erzähle ich euch heute etwas auf unserer Kinderseite.

Der Begriff Beruf stammt von den mittelhochdeutschen Wort "beruof" und bedeutete "Leumund", Leumund ist einfach gesagt, die Meinung, die andere von uns haben.

Die verschiedenen Berufe, wie wir sie heute kennen, entwickelten sich erst im Mittelalter mit der Entstehung von größeren Siedlungen und Städten.

  Bis ins frühe Mittelalter hinein lebten die Menschen zum größten Teil auf dem Land. Jede Familie war für ihr eigenes Leben zuständig und versorgte sich, so weit wie möglich, selbst mit allen benötigten Dingen. Sie baute ihr eigenes Getreide und Gemüse an, züchtete, hütete und schlachtete ihre eigenen Tiere, fällte ihr eigenes Holz, webte ihre eigenen Stoffe und nähte ihre eigene Kleidung, sie baute ihre eigenen Möbel und töpferte ihr eigenes Geschirr. Jeder musste etwas von Allem können, auch wenn innerhalb der Familien die Arbeiten aufgeteilt waren, je nachdem, wer was am Besten konnte. Einige Arbeiten waren so schwer, dass besser die Männer sie ausführen konnten, z.B. Holzhacken, andere wie das Spinnen und Weben fielen vielleicht den geschickten Händen der Frauen leichter. Einfachere Aufgaben wie das Hüten der Tiere konnten auch die Kinder schon übernehmen.


Überall, wo mehrere Familien sich zu größeren Gruppen in Siedlungen und Dorfgemeinschaften zusammenschlossen, begannen die Leute, die etwas besonders gut konnten, damit, es auch für die anderen zu tun. So töpferte vielleicht einer besonders gleichmäßig und stellte deshalb auch Geschirr für seine Nachbarn her. Da er nun mehr Zeit zum Töpfern brauchte, konnte er z. B. weniger Gemüse anbauen, darum "bezahlten" ihn seine Nachbarn vielleicht mit Mohrrüben. So begannen die Menschen, ihre Produkte untereinander zu tauschen und sprachen vielleicht auch schon vom Töpfer, der Weberin oder dem Schmied. Aus diesen Berufsbezeichnungen entwickelten sich später ein großer Teil unserer heutigen Familien- oder Nachnamen.

Mit dem Entstehen der Städte und der Verbreitung von Münzen spezialisierten sich die Berufe immer mehr. Das Bezahlen mit Geld hatte den Vorteil, dass es nicht verderben konnte und der Bezahlte sich wiederum genau das kaufen konnte, was er brauchte. Gerade in den Städten wäre gar nicht genug Platz gewesen, damit jeder sein eigenes Gemüse anbauen oder seine eigenen Tiere halten konnte.

Es gab viele verschiedene Berufe, die man grob in drei große Gruppen einteilen konnte: Die Handwerker, die Händler und die Dienstleister.

Die Handwerker arbeiteten mit den Händen und ihren Werkzeugen. Meistens stellten sie Einzelstücke auf Bestellung her. Wenn jemand Handwerker werden wollte, musste er zunächst bei einem Meister helfen und lernen. Nach drei Jahren durfte der Lehrling ein Gesellenstück anfertigen, ein Schreinerlehrling z.B. einen Stuhl alleine bauen. Dann erhielt er seinen Gesellenbrief und konnte auf Wanderschaft gehen. Auf dieser, "Walz" genannten, Wanderschaft arbeitete er unterwegs in verschiedenen Dörfern und Städten, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen und Erfahrungen zu sammeln. Wenn er dann irgendwann seine Meisterprüfung ablegte und den Meisterbrief erhielt, durfte er seinen eigenen Betrieb eröffnen und auch heiraten. Ab dem 12. Jahrhundert schlossen die Handwerker gleicher Berufszweige, also z.B. alle Bäcker, sich zu Zünften zusammen und gaben sich damit bestimmte gesellschaftliche und berufliche Regeln. Sie wählten ein Zunftzeichen, welches sie als solche erkennbar machte. Häufig lebten die Handwerker derselben Zunft zusammen in einer Straße oder einem Viertel. Noch heute sind Straßen- und Ortsnamen zu finden, die daran erinnern, z.B. Gerbergasse, Blaufärberweg oder Fleischerviertel.

Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht.  
  1. Schuster
  2. Fischer
  3. Schlachter
  4. Tuchmacher
  5. Weber
  6. Maler
  7. Müller
  8. Maurer
  9. Zimmerer
  10. Dachdecker
  11. Schneider
  12. Bäcker
  13. Sattler
  14. Schmiede
  15. Kürschner
  16. Gerber
     

Die Händler kauften und verkauften Lebensmittel und Handwerkswaren. Sie schlossen sich zu Gilden zusammen, die wie die Handwerkszünfte für die Einhaltung bestimmter gesellschaftlicher und gewerblicher (das heißt beruflicher) Regeln sorgten.
Zünfte und Gilden legten z.B. die Höhe der Preise fest und entschieden auch, ob jemand heiraten durfte.

Die Dienstleister stellten nichts her und verkauften auch nichts, sie waren z.B. Gelehrte, die für andere Briefe schrieben oder als Transportbetriebe Dinge von einer Stadt in die andere brachten.

Es gab viele Berufe, die wir so heute nicht mehr oder kaum noch finden, andere Berufe gibt es auch in unserer Zeit noch. Manche Berufe waren höher angesehen als andere, manche wurden geradezu verachtet und wurden nur aus reiner Geldnot angenommen. Dazu gehörten normalerweise Berufe, die sich mit Abfällen, Kranken, Verbrechern oder dem Tod beschäftigten. Wer einen solchen Beruf ausübte, lebte abseits der Gesellschaft, wurde misstrauisch beäugt und verspottet.

Wir werden jetzt mal einige Berufe näher betrachten. Schaut mal, ob es sie heute noch gibt?

* Der Bader hatte die Aufsicht über ein öffentliches Badehaus. Er frisierte und rasierte seine Gäste und zog ihnen auch kaputte Zähne.
* Bäcker waren für die Versorgung der Stadtbevölkerung mit frischem Brot und Ähnlichem verantwortlich.
* Ein Böttcher stellte Fässer, Bottiche, Eimer, Kübel und Waschzuber her. Dafür wurden Holzplanken über heißem dampf gebogen und mit Metallreifen zusammen "gebunden".
* Bürstenbinder stellten aus Schweineborsten und Pferdehaaren Bürsten und Besen her, Pinsel fertigten sie aus Dachshaaren und Eichhörnchen-Schwänzen.
* Drechsler stellten an Drehbänken Becher, Kerzenhalter, Stuhlbeine und anderes aus Holz her.
* Gerber verarbeiteten Tierhäute zu Leder. weil dies aufgrund der verwendeten Chemikalien mit starkem Gestank verbunden war, lebten sie in eigenen Vierteln am Stadtrand.
* Seiler stellten mit Hilfe von so genannten Reeperbahnen Seile und Taue her.
* Zimmerleute bauten Häuser, Brücken und Schiffe.
* Richter wurden von ihrem Landherren dazu berufen, meist stammten sie aus dem niederen Adel. Sie erhielten dafür kostenlose Ländereien, außerdem durften sie die Hinterlassenschaften von Selbstmördern und beschlagnahmtes Diebesgut behalten, wenn die rechtmäßigen Eigentümer sich nicht innerhalb von 6 Wochen gemeldet hatten.
* Henker waren dafür zuständig, gefällte Todesurteile durch Hängen, Köpfen oder Ähnliches zu vollstrecken. Die Menschen im Mittelalter sahen diesen Beruf als unmoralisch an und ächteten den Henker und seine Familie, das bedeutet, man sprach nicht mit ihnen, wenn man es nicht unbedingt musste und ging ihnen nach Möglichkeit aus dem Weg.
* Ebenso erging es dem Totengräber, der die Gräber ausheben, die Toten waschen und herrichten, sie ordentlich ins Grab legen und dieses dann wieder zuschaufeln musste. Ein sehr wichtiger Beruf also, der trotzdem nicht die nötige Anerkennung fand.
* Krämer boten viele verschiedene Waren an.
* Fuhrleute transportierten mit Pferde- oder Ochsenkarren die Waren der Kaufleute von einem Ort zum anderen.

Früher war der berufliche Weg eines Menschen durch seine Abstammung vorgegeben, die meisten erlernten den Beruf ihrer Eltern. Viele Berufe waren aufgrund von Gesetzen und religiösen Vorschriften nur bestimmten Gesellschaftsschichten zugänglich. Heute haben bei uns alle Menschen das Recht auf freie Berufswahl, leider haben aber nicht alle die gleichen guten Voraussetzungen, ihren Wunschberuf zu erlernen. Manche haben z.B. nicht genug Geld, um lange genug zur Schule zu gehen.

Unsere Frage heute lautet: Welchen Beruf würdest du gern erlernen, wenn du erwachsen bist und warum?

 

Ein bekanntes volkstümliches Lied, dessen Herkunft und Urheber unbekannt sind, und vielleicht schon aus dem Mittelalter stammen könnte, hat den Titel:


Wer will die fleißigen Handwerker seh´n?

Wer will fleißige Handwerker seh´n
der muss zu uns Kindern geh´n
Stein auf Stein, Stein auf Stein
das Häuschen wird bald fertig sein

Wer will fleißige Handwerker sehn
der muss zu uns Kindern geh`n!
O wie fein, o wie fein
der Glaser setzt die Scheiben ein.

Wer will fleißige Handwerker sehn
der muss zu uns Kindern geh`n!
Tauchet ein, tauchet ein
der Maler streicht die Wände fein.

Wer will fleißige Handwerker seh`n
der muss zu uns Kindern geh´n!
Zisch, zisch, zisch; Zisch, zisch, zisch
der Tischler hobelt glatt den Tisch.

Wer will fleißige Handwerker seh´n
der muss zu uns Kindern geh´n!
Poch, poch, poch; Poch, poch, poch
der Schuster schustert zu das Loch.

Wer will fleißige Handwerker seh´n
der muss zu uns Kindern geh´n!
Stich, stich, stich; Stich, stich, stich
der Schneider näht ein Kleid für mich.

Wer will fleißige Handwerker seh´n
der muss zu uns Kindern geh´n!
Rühre ein, rühre ein
der Kuchen wird bald fertig sein.

Wer will fleißige Handwerker sehn,
der muss zu uns Kindern geh´n!
Trapp, trapp, drein, trapp, trapp, drein,
jetzt geh´´ n wir von der Arbeit heim.

Wer will fleißige Handwerker seh´n,
der muss zu uns Kindern geh´n!
Hopp, hopp, hopp; Hopp, hopp, hopp,
jetzt tanzen alle im Galopp.




Erscheinungsweise: Zweimonatlich Verfielfältigung nur mit Genehmigung Impressum

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