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Mittelalter Topliste
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Ausgabe 7 - Seite 11 - Was ist Was
Ausgabe Nr

Ausgabe Nr. 07/2011

Webmagazin / Webzeitung für Freunde des Mittelalters

Sonntag, 14. August 2001



Was ist Was? ... von Living History bis LARP

Die folgenden Texte sollen dem Leser einen kleinen Überblick geben, wer was und vor allem warum in seiner Freizeit macht. Wir freuen uns über weitere Informationen und Anmerkungen zum Thema.

Living History

Reenactment

Living History (englisch für "gelebte Geschichte") nennt man die Darstellung historischer Lebenswelten durch Personen, deren Kleidung, Ausrüstung und Gebrauchsgegenstände in Material und Stil möglichst realistisch der dargestellten Epoche entsprechen.

Der in den deutschen Sprachgebrauch übernommene Begriff Living History ist offiziell nicht exakt definiert und umfasst daher als Überbegriff auch die Experimentelle Archäologie und das Reenactment. Häufig werden auch die Mittelalterszene und das Liverollenspiel LARP in diesem Zusammenhang genannt, obwohl sie eher zum Histotainment zu rechnen sind.

In Nordamerika wird unter living history und reenactment kein Unterschied gemacht. Im deutschen Sprachraum lassen sich hingegen folgende Abgrenzungen herleiten. Die Grenzen sind jedoch fließend.

  • Living History im engeren Sinne wäre z.B. die Darstellung eines fiktiven Tagesablaufes im Mittelalter, die Erbauung eines germanischen Hauses, die Vorführung alter Handwerkstechniken, das Nachkochen überlieferter Rezepte oder eine Alpenüberquerung in römischer Kleidung. Häufig ist die Vermittlung der dargestellten Inhalte an Zuschauer ein Ziel der Darstellung. Die letztgenannte Aktion fällt aufgrund des experimentellen Charakters auch unter ...

  • Experimentelle Archäologie. Hier versuchen Fachleute oder Laien, Techniken oder Abläufe, deren genaue Funktion nicht oder nur noch bruchstückhaft überliefert sind, praktisch nachzuvollziehen. Das kann z.B. der Bau eines seetüchigen Wikingerschiffes oder die Kultivierung alter Getreidesorten auf historische Weise sein. Während diese beiden Beschäftigungen mit Geschichte und Archäologie sich allgemein auf vergangene Lebenswirklichkeiten beziehen, nimmt das ...

  • Reenactment immer auf ein tatsächliches Ereignis in der Vergangenheit Bezug, indem z.B. eine konkrete Schlacht nachgespielt wird. Dabei tritt die Vermittlung an Dritte in den Hintergrund, da der Reenactor bestrebt ist, in dem darzustellenden geschichtlichen Ereignis vollkommen aufzugehen, so dass wenig Zeit für Aufklärung bei eventuell vorhandenen Zuschauern bleibt. Wenn bei den Darstellern der Spaß an historischen oder historisierenden Verkleidungen oder Fantasie-Rollenspielen im Vordergrund steht, spricht man eher von der ...

  • Mittelalterszene, eine Szene bei der die Grenzen sehr verwaschen sind. Grundsätzlich wird sie dem Histotainment zugeordnet, doch ist sie nicht darauf begrenzt. Es geht von der Belebung eines Ortes durch reine Anwesenheit (Histotainment) oder der Darstellung eines Söldnerlagers sowie der weitverbreitete Schwertkampf (Living History) bis zur Nachstellung von Schlachten (Reenactment). Die Authentizität der Mitwirkenden bzw. der Darstellungen historischer Gegebenheiten und Schlachten können von sehr guter bis eher kreativer Qualität vorliegen.

  • LARP/Liverollenspiel, bei dem weniger bis gar kein Wert auf Authentizität gelegt wird. Hier findet die unwissenschaftliche Darstellung fiktiver Szenarien statt, dafür steht eher der Spaßfaktor für die Mitwirkenden im Vordergrund.

Der englische Begriff Living History steht für den Versuch, fiktionale historische Stoffe, sogenannte generische Ereignisse unter wissenschaftlichen Voraussetzungen aufzuarbeiten. Er entwickelte sich aus der Theorie der Historiographie, die der Philosoph und Historiker Robin George Collingwood für das historische Reenactment aufgestellt hat. Nach Collingwood kann Geschichte nur durch das Wiedererleben verstanden werden. Living History sollte daher nach seiner Auffassung "gelebte Geschichte" sein, die auf Basis eines wissenschaftlichen Ansatzes ganze geschichtliche Epochen verständlich und vermittelbar macht.

... weiterlesen / Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Living_History

 

Reenactment (Wiederaufführung, Nachstellung) nennt man die Neuinszenierung konkreter geschichtlicher Ereignisse in möglichst authentischer Weise. Über den Weg der historischen Wiedererlebbarkeit soll Geschichte verständlich und erlebbar gemacht werden. Das historische re-enactment ist der zentrale Teil der durch den britischen Philosophen und Historiker Robin George Collingwood aufgestellten Theorie der Historiographie. Die Nachstellung von historischen oder sagenhaften Ereignissen geht allerdings bis in die Antike zurück.

In der öffentlichen Auseinandersetzung werden die verschiedenen Begriffe des Spiels mit der Vergangenheit häufig verwechselt. Während einige Veröffentlichungen zum Thema Freizeitveranstaltungen das Reenactment auf die Darstellung von Schlachten verkürzen, werden in pädagogischen Schriften Reenactment, LARP, Reenlarpment zu Unterpunkten der Living History.

Im Zusammenhang mit dem Reenactment kann auch die Experimentelle Archäologie stehen. Viele Historiker sehen in beiden Arbeitsweisen eine mögliche Plattform geschichtliche Erfahrungen zu sammeln und wertvolle Experimente durchzuführen. Beide Formen haben in der Vergangenheit bereits Hand in Hand gearbeitet oder sich zumindest ausgetauscht.

Im Unterschied zum zeit- und ortsgebundenen Reenactment, das höchsten Wert auf wissenschaftliche Authentizität legt, nähert sich das ganz im Spiel und Spaß-Bereich angesiedelte Live Action Role Playing (LARP), wenn es auf historische Ereignisse zurückgreift, eher dem Histotainment an, mit dem Reenactment ebenfalls nicht verwechselt werden darf. In vielen Medien und Publikationen verschwimmen Histotainment und Reenactment oft oder werden gar als Synonyme verwendet. Reenactment kann allerdings auch Teil eines Histotainments werden, wenn seriöse historische Dokumentationen darauf Wert legen. Neben dem Wort Histotainment haben sich auch Synonyme wieEdutainment und – speziell für den Dokumentarfilm – Dokutainment gebildet.

Auch beim LARP, einer Form von Fantasy-Rollenspiel, ist es von untergeordneter Bedeutung, tatsächliche historische Ereignisse nachzustellen oder mit tatsächlichen geschichtlich nachgewiesenen Ausrüstungsgegenständen zu agieren. Dennoch hat sich für diese sehr freie Form der historischen Interpretation das Kunstwort Reenlarpment herausgebildet. Dies kann bisweilen zu Verwechslungen führen.

Oftmals mit Reenactment verwechselt wird Battle Display. Hierbei handelt es sich um das Sammeln von militärischen Gegenständen in Verbindung mit einer fotografischen oder filmischen Inszenierung. Der Hauptschwerpunkt liegt hier bei modernen, oftmals aktuellen militärischen Einheiten, die meist von Einzelpersonen anhand von Fotos rekonstruiert werden. Der Ursprung dieses Hobbys liegt im asiatische Raum, entstanden aus dem dort beliebten Sammeln und Modifizieren von 1:6-Miniaturen.

Seit dem Historikertag 2002, auf dem auch die Spielszenen in den historischen Dokumentationen des Fernsehjournalisten Guido Knopp untersucht wurden, bezeichnet Histotainment die unwissenschaftliche und zweifelhafte Darstellung angeblicher historischer Gegebenheiten. Dazu gehören auch Computerspiele, vermeintliche Mittelaltermärkte, Themenparks oder Reality-Soaps, bei der Bewerber durch Rollenspiele in historischen Kulissen vermeintlich authentische Erfahrungen mit der Vergangenheit sammeln können. Kritiker des Histotainments sehen die besondere Gefahr darin, dass ein unvoreingenommenes Publikum nicht in der Lage ist, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Geschichte, die in den Händen von Produzenten bzw. Regisseuren liege, werde zur Mixtur aus „Gefundenem und Erfundenem“, die nach den Maßgaben der Verantwortlichen geformt werden könne. So würden falsche Geschichtsbilder in den Köpfen der Menschen erzeugt, die im schlimmsten Falle einem modisch, intellektuell bzw. politisch vorherrschenden Zeitgeist entsprechen könnten.

... weiterlesen / Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Reenactment

 

   

Experimentelle Archäologie

Mittelalterszene

Die klassischen archäologischen und geschichtswissenschaftlichen Methoden gewinnen ihre Erkenntnisse durch Beobachtung und Interpretation von Funden und Fundstätten. Die experimentelle Archäologie versucht diese Erkenntnisse durch Erfahrungswerte zu vertiefen. Anhand von Fundstücken, Malereien und Texten wird versucht, die Arbeitstechniken der Vergangenheit zu erschließen. Diese Erkenntnisse werden dann von Archäologen und Handwerkern angewandt, um Artefakte nachzubilden, die ihren historischen Vorgängern möglichst ähnlich sind. In der Anwendung dieser Nachbildungen wird der technische Stand vergangener Epochen erfahrbar.

Die Ausgangslage für experimentalarchäologische Versuche ist eine genau definierte Fragestellung. Die Ergebnisse aus den Versuchen müssen messbar und jederzeit nachvollziehbar sein sowie in allen Einzelheiten dokumentiert werden. Diese Ergebnisse müssen später unter den definierten Bedingungen jederzeit reproduzierbar sein.[2] Aus diesen Gründen sind viele als "experimentalarchäologisch" bezeichnete Aktivitäten, wie zum Beispiel Bronzeguss, Eisenverhüttung im Rennfeuerofen, oder Stein- und Knochenbearbeitung vor Publikum, per Definition, eher der Archäotechnik zuzuordnen.

Die Reisen von Thor Heyerdahl sind ein bekanntes Beispiel für experimentelle Archäologie. Heyerdahl baute unter anderem ein Floß (die Kon-Tiki) und besegelte damit den Pazifik.

Mit den Schilfbooten Ra I und Ra II versuchte er von Afrika nach Amerika zu reisen. Mit diesen Unternehmungen bewies er experimentell die Haltbarkeit und Seetüchtigkeit dieser frühen Schiffstypen. Ein weiteres bekanntes Bootsexperiment war die Weltumseglung mit dem Wikingerschiff "Saga Siglar", das die Hochseetauglichkeit dieses Schiffstypes bewies.

Ein bekanntes bauarchäologisches Experiment ist das Erdwerk von Overton Down in Südengland. Dort wurde ein künstlicher Erdwall angelegt, in dem verschiedene Materialien eingegraben sind. Seit der Errichtung 1960 wird beobachtet, wie die Erosion die Gestalt des Walls verändert. In Ausgrabungen wird der Verfall der eingebrachten Stoffe beobachtet. Als Langzeitprojekt soll Overton Down Erkenntnisse über Funderhalt und Erosion erbringen, die in zukünftigen Ausgrabungen angewandt werden sollen. Ein weiteres Beispiel ist die gleichfalls in Großbritannien gelegene Butser Ancient Farm. Zu weiteren experimentellen Bauprojekten gehören unter anderem der Bau der Burg Guédelon oder der Turmhügelburg bei Lütjenburg. Eine lange Tradition in der Experimentellen Archäologie hat das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen, in dem seit 1922 erprobt und geforscht wird.

Der Münchner Historiker Marcus Junkelmann lieferte im Jahr 1985 ein Beispiel, als er mit einigen Begleitern mit rekonstruierten Waffen und Ausrüstungsgegenständen von römischen Legionären eine Überquerung der Alpen wie vor 2000 Jahren bewältigte.


In jüngerer Zeit widmeten sich mehrere Fernsehproduktionen der experimentellen Archäologie. 2006 produzierte SWR die Dokumentarfilmserie Steinzeit – Das Experiment und im Jahr darauf folgte das Schweizer Fernsehen mit Pfahlbauer von Pfyn. Beide Formate widmeten sich dem Leben in der Steinzeit.

... weiterlesen / Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Experimentelle_Arch%C3%A4ologie

Als Mittelalterszene wird eine subkulturelle Szene bezeichnet, die die Kunst, die Kultur und das Alltagsleben des europäischen Mittelalters auf vielfältige Weise rezipiert, vor allem mit musikalischen und theatralischen Elementen sowie handwerklichen, kunsthandwerklichen und gastronomischen Angeboten. Seit Ende der 1970er Jahre erfährt diese Szene steigenden Zulauf. Durch ihre Veranstaltungen ziehen die Szenemitglieder in Deutschland jährlich ein Millionenpublikum an, die Mittelaltermärkte, Seminare und Konzerte besuchen. Die Szene ist breit gefächert und besteht aus vielen verschiedenen Untergruppen, die von anderen Szenen beeinflusst werden.

In der Mittelalter-Szene wird nicht nur eine Epoche des Mittelalters behandelt, sondern mehrere, was dazu führt, dass diese vermischt werden. Zum Beispiel werden Kämpfe zwischen Wikingern aus der Zeit um 800 n. Chr. gegen Ritter aus dem Hochmittelalter dargestellt. Dies liegt daran, dass Besucher, Schaustellergruppen aber vor allem auch der Marktveranstalter meist keinen großen Wert auf eine historische Einheitlichkeit beziehungsweise auf historischen Bezug Wert legen. Da die Marktveranstalter mit ihren Märkten Geld verdienen wollen und wissen, dass der Großteil der Besucher nicht geschichtlich gebildet ist, ist es für sie oft einfacher, alles zuzulassen, was der Besucher für Mittelalter halten könnte.
Der Grad dieser Haltung ist von Veranstalter zu Veranstalter unterschiedlich. So wird unter mittelalterlich gekleidet teils lediglich der Verzicht auf Armbanduhren, Plastik und Jeans verstanden, bei den anderen wird tatsächlich der Schnitt der Kleidung, die geschichtliche Einordnung und handgenähte Nähte überprüft. Die erste Art sind meist kommerzielle Veranstalter, die zweite Art meist geschichtlich orientierte Märkte, etwa von Museen oder Geschichtsvereinen veranstaltet. Die dritte art, dazu gehören aber auch die meisten Gruppen, sind Interessensgemeinschaften, die das Mittelalter erleben wollen. So zum Beispiel die Gruppe Mediaevalis Cultus [1] auf der Burg Frankenstein (Bergstraße). Diese Gruppen oder Interessensgemeinschaften, sind zumeist an Burgen angesiedelt. Sie bringen das alte Handwerk, Rittertum, Schaukampf (historisches Schwertfechten) und das Leben des Adels und des Bauerntums zurück zur Burg und beleben diese mit Leben. Im Gegensatz zu den Mittelaltermärkten, sind die Interessengemeinschaften in den umliegenden Burgen vorzutreffen.
Ein weiteres Merkmal, das sich der Mittelalter-Szene zuordnen lässt, ist, dass ein großer Teil der Angehörigen der Szene fast alles selbst herstellt. Angefangen bei der Kleidung über Zelte und Musikinstrumente bis hin zu Gegenständen des mittelalterlichen Alltags - alles wird in Handarbeit hergestellt. Hier besteht häufig auch eine Verbindung beziehungsweise Wechselwirkung der Mittelalterszene zu experimenteller Archäologie. Nicht selten finden sich Archäologen, die ihre Theorien in der Praxis erproben wollen und dies im Rahmen von Mittelaltervereinen oder Mittelalterveranstaltungen tun.
Als Treffpunkte der Szene lassen sich vor allem sogenannte Mittelaltermärkte nennen. Auf diesen Märkten treten Szenenmitglieder entweder als Schausteller oder auch als normaler Gast auf. Da auf diesen Märkten auch die so genannten Ritterspiele eine Attraktion darstellen, man jedoch um einen hohen Grad an Realismus bemüht ist, werden für diese meist professionelle Schausteller engagiert. Auf dem Großteil der Mittelaltermärkte in Deutschland gilt das Motto Keine Klingen, keine Bögen für die Besucher. Als weitere Treffpunkte fungieren auch Konzerte und Festivals, zum Beispiel das Ritterturnier zu Kaltenberg (D) oder das Folkwoods-Festival (NL).


Die meisten Veranstaltungen, die großen Wert auf authentische Darstellung legen, sind fast durchweg Privatinitiativen, ohne nennenswerte Budgets, mediale Unterstützung und so weiter, bleiben auch oftmals ohne Anschluss an die Öffentlichkeit (meist mangels medialem Interesses; siehe „Unspektakulär“). Kommerzielle Veranstaltungen finden daher, mit den ihnen eigenen Werbemitteln, öffentliche Berücksichtigung und Beachtung. Einige der heute populären Events, wie zum Beispiel Freienfelser Ritterspiele, waren als Versuche einer aufkeimenden authentischen Linie in der historischen Darstellung geplant, haben sich jedoch, mit zunehmender Beliebtheit in der „Szene“, in ihr Gegenteil verkehrt. Veranstalter sogenannter „mittelalterlicher“ Ereignisse legen oft wenig Wert auf Authentizität, mit der Begründung, dass nur ein Bruchteil der (zahlenden) Besucher diese Unterschiede überhaupt bemerke.

... weiterlesen / Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalterszene

   

Live Action Role Playing - LARP

Histotainment

Live Action Role Playing (LARP) oder Liverollenspiel bezeichnet ein Rollenspiel, bei dem die Spieler ihre Spielfigur auch physisch selbst darstellen. Es handelt sich also um eine Mischung aus dem Pen-&-Paper-Rollenspiel und dem Improvisationstheater. Das Spiel findet in der Regel ohne Zuschauer statt. Die Teilnehmenden können im Rahmen einer Rolle, die die eigene Figur und ihre Eigenschaften und Möglichkeiten beschreibt, frei improvisieren. Die Spielfigur wird Charakter genannt. Soweit möglich finden Liverollenspielveranstaltungen an Spielorten statt, deren Ambiente dem Szenario der Spielhandlung entspricht, und die Charaktere werden mit einer entsprechenden Gewandung kostümiert.

Die Szenarien der Liverollenspiele fallen in verschiedene Genres wie etwa Fantasy, Vampire, Western, Science Fiction, Horror, Endzeit/Postapokalypse, Cyberpunk, Steampunk oder Furry. Die meisten Veranstaltungen können dem Fantasy-Bereich zugeordnet werden. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 500–600 öffentlich ausgeschriebene Liverollenspiel-Veranstaltungen pro Jahr. Die ein- oder mehrtägigen Veranstaltungen werden oft kurz als Con, LARP oder Live bezeichnet. Liverollenspiel-Veranstaltungen werden in Deutschland überwiegend nichtgewerblich von Privatleuten oder Vereinen organisiert. Die Veranstaltungen werden dabei mittlerweile mehrheitlich im Internet über spezialisierte Communitys und Online-Veranstaltungskalender beworben und koordiniert (s. Weblinks). Die Teilnehmerzahlen der einzelnen Veranstaltungen variieren von einer Handvoll bis hin zu mehreren tausend Personen. Das jährlich in England stattfindende Gathering schaffte es schon einmal, fast 10.000 Spieler in einem Spiel zu vereinen. Die größten Veranstaltungen in Deutschland sind im Moment die Groß-Cons Conquest of Mythodea und Drachenfest. An beiden Veranstaltungen nehmen je 2000–7000 Spieler teil. Solche Großveranstaltungen sind jedoch eher die Ausnahme. Übliche Veranstaltungsgrößen liegen zwischen 50 und 200 Teilnehmern.


Je nach thematischer Ausrichtung werden verschiedene Arten von Cons unterschieden, darunter Schlachtencons, Ambientecons, Abenteuercons, Hofhaltungen, Tavernencons und weitere. Häufig anzutreffen sind jedoch Mischformen mit oder ohne Schwerpunkt, bei denen es dem Spieler überlassen bleibt, ob er sich z. B. in der Taverne aufhalten, an Kampfhandlungen teilnehmen und/oder Rätsel lösen will.
Gelegentlich wird LARP auch als "Live Adventure Role Playing" ausgeschrieben, um den Abenteuergedanken in den Vordergrund zu stellen. Das Wort "Action" im ursprünglichen Begriff bezeichnet allerdings nicht das Action-Genre oder besonders aktionsreiche Spielinhalte, sondern entstammt dem feststehenden Begriff "Live-action", der auch z. B. beim Film eine Darstellung mit menschlichen Akteuren bezeichnet.

... weiterlesen / Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/LARP

Als Historytainment (aus History – engl.: Geschichte – und Entertainment), auch Histotainment, ist ein Kofferwort für die Vermengung von historischer Information mit Unterhaltung. Die Begriffswahl erfolgt analog zu Infotainment (aus Information und Entertainment). Die Wortbildung „Histotainment“ birgt durch ihre Ähnlichkeit mit Begriffen wie Histologie oder verwandten Begriffen die Gefahr von Missverständnissen.


Es gibt Formen von Geschichtsdidaktik in Verbindung mit Unterhaltungsmedien wie Romanen, Comics, Doku-Dramen und Computerspielen mit historischem Hintergrund; sie können im Sinne von Geschichtspolitik der Meinungsbildung dienen, können insbesondere durch Vereinfachung komplexer Zusammenhänge aber auch regelrecht irreführend sein.


Von der Geschichtswissenschaft wird eine solche Vermittlungsform durchaus kritisch gesehen, weil so historische Korrektheit suggeriert wird, obwohl das Gezeigte mit der empirisch belegbaren Wirklichkeit von Geschichte oft wenig zu tun hat. Das betrifft nicht nur zahlreiche Historienfilme. Auch Fernsehsendungen wie die von Guido Knopp zu zeitgeschichtlichen Themen werden als Histotainment aufgefasst. Dabei werden auch Vorwürfe erhoben, dass die vorgestellten Dokumente gar keine Dokumente sind, sondern Inszenierungen. Auch der Vorwurf einer Geschichtsfälschung wird erhoben.
Der reinen Unterhaltung dienen in der Regel öffentliche Veranstaltungen wie Mittelaltermärkte, Ritterspiele, Ton- und Licht-Spektakel vor historischen Gebäuden, Umzüge in historischen Kostümen usw. Hier wird zumeist bewusst romantisiert und nicht der Anspruch erhoben, Geschichtswissen zu vermitteln.

... weiterlesen / Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Histotainment

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