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Mittelalter Topliste
Mittelaltermagazin Topliste
Ausgabe 7 - Seite 10 - Buchrezensionen DTV
Ausgabe Nr

Ausgabe Nr. 07/2011

Webmagazin / Webzeitung für Freunde des Mittelalters

Sonntag, 14. August 2001



 

Wer kennt ihn nicht, den Deutschen Taschenbuchverlag, Herausgeber fast aller Bücher, die ich in meiner Schulzeit lesen musste. Über 50 Jahre ist er nun schon alt und dabei doch immer jung geblieben, denn neben Klassiker-Editionen, einem erfolgreichen Unterhaltungsprogramm, und anregenden Sachbüchern, gehörten stets aufregende Kinder- und Jugendbücher zum Verlagsprogramm. Bei vielen Neuerscheinungen verkneift der Vielleser sich den sofortigen Kauf, hofft man doch stets, ein wenig später die günstigere Taschenbuchausgabe erstehen zu können. Gibt es eine, ist das zumeist auch der Beweis für den Erfolg eines Titels. Wenigstens dreißig Prozent meines Bücherregals ist mit dtv-Titeln gefüllt und da ist auch kein Ende in Sicht...

Das Mittelalter

Autor: Johannes Fried
ISBN-13: 978-3-423-346504
Erscheinungsjahr:
2011
Auflage: 1
Extras: 70 s/w- und Farbabbildungen
Einband: kartoniert
Seiten: 608
Verlag: dtv
Preis: 14,90 €

Verlagstext: Das Mittelalter war keineswegs eine rückständige "dunkle" Epoche. Der renommierte Mediävist Johannes Fried entfaltet ein staunenswertes Panorama von eintausend Jahren europäischer Geschichte. Er schildert die und Mächte, die Europa zu seiner geistigen und kulturellen Einheit formten, die Freiheit des Bürgers erfanden und auf vielen Feldern, von der Wissenschaft bis zur Entdeckung ferner Länder, in neue Welten aufbrachen.

Rezension: Das Mittelalter... es ist nicht das erste Buch, das diesen Titel trägt und natürlich bin ich gespannt, wie dieser Autor an das Thema herangeht. Geschichte und Kultur des Mittelalters will dieses Buch erklären, ein großes Vorhaben, erstreckt sich das Mittelalter doch über gute 1000 Jahre. In seinem Vorwort spricht Johannes Fried davon, dass ihm daran gelegen sei, Entwicklungslinien durch ein Jahrtausend zu verfolgen; dies anhand der Darstellung um einzelne Menschen zentriert, um Abstraktionen wie der Mönch oder der Ritter zu vermeiden. Dies ist ein Ansatz, den ich tatsächlich spannend finde, beschränken sich viele Bücher mit diesem Titel doch darauf, geschichtliche Ereignisse aufzuzählen und in Zeitleisten einzuordnen, ohne deren Auswirkungen auf die Entwicklungen unserer Kultur zu beleuchten und miteinander zu verknüpfen. Mein erster Blick gilt dem Inhaltsverzeichnis; bereits hier wird der andersartige Ansatz sichtbar: Nicht eine Jahreszahl wird genannt, dafür fallen die Schlagworte, um die herum Johannes Fried seine These vom Mittelalter als Wendezeit von sozialer, politischer und kirchlicher Gesellschaftsevolution aufbaut. An den Geschichtsinteressierten und nicht den Vergangenheitsspezialisten möchte der Autor sich richten und dies gelingt ihm vor allem durch sein erzählerisches Talent, welches spannend formuliert, klar beschreibt und nachvollziehbar schlussfolgert. Hierbei verzichtet er weitgehend auf nachzuschlagende Fremdwörter und setzt lediglich nötige definierte Fachbegriffe ein, das unterstützt den Lesefluss.

Ich habe dieses Buch als Abendlektüre genossen und viele interessante Aha-Erlebnisse gehabt. Johannes Fried gelingt es unterhaltsam seine These zu belegen: Das Mittelalter war nicht finster und aus diesen Seiten leuchtet es uns geradezu entgegen...


Hexen und Hexenprozesse in Deutschland

Autor: Wolfgang Behringer
ISBN-13: 978-3-423-30781-9
Erscheinungsjahr:
2010
Auflage: 7
Einband: kartoniert
Seiten: 528
Verlag: dtv
Preis: 14,90 €

Covertext: Magie, Hexerei, Schadenszauber - Begriffe für ein neues Feindbild im christlichen Mittelalter. Verfolgungen, insbesondere von Frauen, setzten ein und dauerten bis weit in die Neuzeit. Die umfassende, aktualisierte Dokumentation bietet kommentierte, teilweise neu übersetzte Originalquellen. So werden die unterschiedlichen Perspektiven von Befürwortern, Gegnern und und Opfern deutlich und vermitteln ein anschauliches Bild eines düsteren Kapitels der deutschen Geschichte.

Rezension: Hexen, ein Thema, dass mich von Kindesbeinen an fasziniert hat, bin ich doch in eine Zeit geboren, in der die böse Hexe aus dem Kindermärchen genauso zu meiner Welt gehört, wie die weise alte Frau aus Sagen und Legenden und die moderne Hexe, die sich auf das Wissen ihrer Ahninnen bezieht. Gleich im Vorwort nimmt mich Wolfgang Behringers Blick auf das Hexenthema gefangen; mit nur einem Satz gelingt es ihm, die Komplexität des Themas zu erfassen und neugierig zu machen auf die Auseinandersetzung damit. Zitat: Ob man sich für die Stellung der Frau interessiert oder für die Funktionsweise des Gerichtswesens, für theologische Kontroversen oder die Bedeutung der Magie, für die ungeschriebenen Regeln des Alltagslebens oder die Auswirkungen sozialer Spannungen, für fremdartige Volksglaubensvorstellungen oder die Entstehung der neuzeitlichen Rationalität, die Geschichte der Medizin oder der Psychologie - das Hexenthema bietet Einblick in viele Bereiche. Und folgerichtig untersucht der Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit die verschiedensten Quellen von Gesetzes- und Prozessunterlagen, über kirchliche Aufzeichnungen und literarische Auseinandersetzungen bis hin zu bisher unveröffentlichten privaten Meinungsäußerungen in Form von Briefwechseln und Familienchroniken. Somit erstellt er einen umfassenden, wenn auch nicht erschöpfenden Überblick über die Geschichte des Hexenglaubens und der gesellschaftlichen, kirchlichen und gesetzlichen Auseinandersetzung mit ihm. Jedes Kapitel beginnt mit einer einführenden Erläuterung in Behringers klarer und präziser Sprache, es folgen belegende Originaltexte, deren Lektüre allerdings manchmal etwas schwierig ist. Doch nur durch die genaue Wiedergabe der Quellen ist wissenschaftliche Nachvollziehbarkeit gewährleistet und ein wenig taucht man über die unterschiedliche Sprachlichkeit auch in die verschiedenen Wesenarten der Verfasser ein.

Ein sehr lesenswertes Buch für alle, die sich mit dem Thema Hexen oder den Verknüpfungen zu den vom Autor genannten Verquickungsbereichen beschäftigen wollen.

 

Die Reformation

Autor: Diarmaid MacCulloch
ISBN-13: 978-3-423-34653-5
Erscheinungsjahr:
2010
Auflage: 1
Einband: kartoniert
Seiten: 1056
Verlag: dtv
Preis: 29,90 €

Covertext: Die Reformation prägte die Geschichte Europas wie kein anderes Ereignis der Neuzeit. In diesem Standardwerk bietet der renommierte Kirchenhistoriker Diarmaid MacCulloch eine faszinierende Gesamtschau der politischen Ereignisse und der sozialen, geistesgeschichtlichen und kulturellen Entwicklungen. Er erklärt die zentralen Gedankengänge und Motive der Akteure und beschreibt sehr plastisch, wie die Umwälzungen der Alltag veränderten.

Rezension: Gleich im Vorwort relativiert MacCulloch den Titel seines Werkes, nicht von der einen Reformation sei die Rede, sondern von vielfältigen Reformationen und Gegenreformationen. Und nicht Reformation lediglich als Ziel und Werk einzelner Reformatoren wie Luther oder Calvin, sondern auch als gesellschaftlicher und politischer Prozess. Nach einem einleitenden Überblick über das Mittelalter folgt das erste Kapitel über die Anfänge der Reformationsbewegungen, das zweite Kapitel über die Konfessionalisierungen in Nord-, Mittel- und Südeuropa und das dritte Kapitel über sozial- und ideengeschichtliche Fragestellungen, die nicht einfach chronologisch erfassbar sind. MacCulloch schreibt flüssig und gut lesbar, ein roter Faden ist erkennbar, wenn dieser auch mal ein Stück zur Seite und wieder zurück führt. Nicht nur Theologen werden hier fachkundig unterhalten und angeregt, auch der interessierte Laie lernt nicht nur, sondern liest mit Vergnügen, denn MacCullochs Stil hat seinen eigenen Charme und Humor, der auf genauer Beobachtung und der Fähigkeit beruht, auch eigene Ansichten zu hinterfragen.

Ein Standardwerk nennt der Verlag dieses Buch bereits jetzt und daran dürfte es keinen Zweifel geben; wer sich mit Kirchengeschichte oder Gesellschaftsentwicklung in Europa befasst, kommt zukünftig um dieses Werk nicht mehr herum.

Nicht als die Freiheit!
Der deutsche Bauernkrieg

Autor: Manfred Mai
ISBN-13: 978-3-423-62185-4
Erscheinungsjahr:
2004
Auflage: 1
Extras: zahlreiche s/w- und Farbabbildungen, Glossar, Zeittafel und Karte
Einband: kartoniert
Seiten: 128
Verlag: dtv
Preis: 14,90 €

Covertext: Eine Reise in die Vergangenheit, die bewusst macht, welch kostbares Gut die Freiheit ist und wie hart und oft vergeblich im Laufe der Geschichte um sie gekämpft wurde.

Rezension: Ein Buch für Kinder ab 11 Jahren, aber nicht nur für diese. In anschaulichen Geschichten und klaren Ausführungen erzählt Manfred Mai die Geschichte des deutschen Bauernkrieges von 1437 bis 1525. Die beeindruckenden Illustrationen von Gabriele Hafermaas begleiten die Texte und unterstreichen gekonnt, manchmal gar karikierend die Informationen, die der Autor der jungen Leserschaft unterhaltsam vermittelt. Nicht zu oberflächlich, aber auch nicht zu ausholend, sondern mit sachlicher Fachkundigkeit und sensibler Sprachgewandtheit, berichtet der Autor Grundlegendes über das schwere Leben der Bauernschaft im ausgehenden Mittelalter, die Entstehung der Bauernbünde, die reformatorischen Einflüsse, Beginn, Verlauf und Ende der Bauernaufstände, sowie deren Folgen. Ein Zeittafel am Ende des Buches gibt noch einmal einen zusammenfassenden Überblick, ein Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe. Einzig die Karte ist meines Erachtens unglücklich eingefügt, eine Hälfte vorn im Buchdeckel, eine Hälfte hinten. Zwar wurde darauf geachtet, dass kein Teil der Abbildung in der Bindung "verschwindet", aber zum lese-begleitenden Betrachten eignet sie sich dadurch nicht.

Insgesamt ein fundiertes, unterhaltsames Geschichtsbuch für Kinder und Eltern, die gewohnte Qualität von Büchern des Autoren Manfred Mai im dtv-Verlag. Auch für den Geschichtsunterricht eine wertvolle Grundlage.

Es stand einst eine Burg

Autor: David Macaulay
ISBN-13: 978-3-423-79503-6
Erscheinungsjahr:
2007
Auflage: 16
Extras: zahlreiche s/w-Abbildungen
Einband: kartoniert
Seiten: 84
Verlag: dtv
Preis: 7,95 €

Covertext: Fast jeder hat schon mal eine alte Burg besucht - aber wer weiß schon, wie eine solche Anlage entstand und welche Aufgaben sie im Mittelalter zu erfüllen hatte? David Macauly erzählt in Wort und Bild die Geschichte einer Burg: wer sie plante und erbaute, wer dort lebte und wie die Mauern und Türme in Notzeiten ihren Bewohnern Schutz boten. Ein anschauliches Sach-Bilderbuch und zugleich ein Stück Kulturgeschichte.

Rezension: Ein interessantes Buchformat, kein reines Sachbuch, aber auch keine richtige Geschichte. Eine Mischung aus Bilderbuch und erzähltem Sachbuch trifft es wohl am besten, etwas Ähnliches kannte ich bisher noch nicht. In einer einfachen geradlinigen Geschichte berichtet der Autor vom Bau einer fiktiven Burg- und Stadtanlage im mittelalterlichen Wales, sowie ihrer Belagerung und das Überstehen derselben. Seine eigenen Illustrationen sind sehr detailgetreu und bilden mit dem Text eine Einheit. Ich frage mich nur, ob die jungen Leser nicht zum Teil farbige Abbildungen vorziehen würden und auch der zusammenhängende Text erscheint mir eher abschreckend, erläuternde Textpassagen würden zu einem Sachbuch besser passen, meine ich. Die hohe Auflagenzahl spricht jedoch dafür, dass es eine interessierte Leserschaft geben muss und vielleicht ist es ja gerade die etwas andere Aufmachung, die anspricht. Auf jeden Fall ist dieses Buch randvoll mit hervorragenden Zeichnungen und sorgfältig recherchierten Informationen.

Auch und gerade für den Schulunterricht bestens geeignet, denn es fordert das sinnentnehmende Lesen. Und auch ich habe noch einiges dazu gelernt.

Das Buch mit dem Karfunkelstein
Ein Mitratekrimi aus dem Mittelalter

Autor: Christa Holtei
ISBN-13: 978-3-423-71440-2
Erscheinungsjahr:
2011
Auflage: 1
Extras: zahlreiche s/w-Abbildungen
Einband: kartoniert
Seiten: 176
Verlag: dtv
Preis: 6,95 €

Covertext: Erlenburg, Herbst1390: Das Buch mit dem Karfunkelstein ist weg! Und wer wird des Diebstahls bezichtigt? Ausgerechnet Paul, der erst seit ein paar Wochen im Kloster ist und dessen Familie das wertvolle Buch gestiftet hat. In seiner Not wendet sich Paul an seine Freunde Agnes, Jakob und Hannes. Doch die Ermittlungen nach dem wahren Täter erweisen sich als doppelt schwierig, denn ins Kloster darf keiner hinein und keiner hinaus. Umso mehr sind die mittelalterlichen Detektive auf die Mithilfe der Leser angewiesen...

Rezension: Ein Mitratebuch, die habe ich schon als Kind gern gelesen. Die Kunst besteht darin, die Rätsel so zu gestalten, dass man sie nicht zu leicht lösen kann, ein ungelöstes Rätsel aber auch nicht dazu führt, dass man den weiteren Verlauf der Geschichte nicht versteht. Zum Glück gibt es natürlich immer die passende Lösung hinten im Buch. Hier hat Christa Holtei die richtige Mischung gefunden, auch wenn sich gleich beim ersten Rätsel ein Fehler eingeschlichen haben muss. Alle anderen Rätsel sind nachvollziehbar zu lösen. Die Geschichte ist flüssig und bildhaft erklärt, der Leser wird schnell hinein gezogen in das geheimnisvolle Geschehen im Kloster und erlebt das Abenteuer überzeugend aus der Sicht der gleichaltrigen Hauptpersonen. Historische Informationen sind nicht nur in die Handlung eingebettet, sondern auch in einem Anhang über das mittelalterliche Klosterleben aufbereitet.

Ein äußerst spannendes und unterhaltsames Geschichtsbuch für Kinder, auch als gemeinsame Abendlektüre sehr zu empfehlen, denn zusammen bringt Rätseln noch viel mehr Spaß.

Rezensionen: Cornelia Niehus



Erscheinungsweise: Zweimonatlich

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